Besuch des MOSAIK Konsortiums in Magdeburg

Vom 17. bis 18. November kam das MOSAIK Konsortium in Magdeburg zusammen. Das interdisziplinäre MOSAIK Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und hat sich zum Ziel gesetzt, Methoden der Selbstorganisation zu erforschen, um Szenarien im Internet der Dinge (IoT) dezentralisiert umsetzen zu können. Das Konsortium wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) geleitet, die Projektpartner sind die Robert Bosch GmbH, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und unser Team von NETSYNO, sowie FESTO als assoziierter Partner.

Auch wenn wir uns im Konsortium alle zwei Wochen in einer Onlinekonferenz austauschen, ist es uns wichtig, alle paar Monate persönlich zusammen zu kommen, um Fragen und Unklarheiten auszuräumen, aber auch, um unserem Forschungsthema näher zu kommen und den Austausch im Team zu stärken.

Neben den regelmäßigen Telefonkonferenz ist der direkte Austausch und Treffen vor Ort bei den Projektpartnern essentiell für den Erfolg eines solchen Forschungsprojekts. Entsprechend wurden die zwei Tage in Magdeburg für ein Update des Bearbeitungsstands der jeweiligen Arbeitspakete genutzt sowie zur Klärung von organisatorischen und inhaltlichen Fragenstellung. Selbstverständlich kam auch das Teambuilding und der Austausch nicht zu kurz.

Wie kann die Produktion der Zukunft aussehen?

Konkret haben wir noch einmal die Motivation, Ausgangsbasis und die Projektvorbereitungen besprochen, um dann gemeinsam die zu erwartende Herausforderungen zu definieren, sowie der potenzielle Nutzen, der sich aus dem MOSAIK Projekt ergibt. Hauptthema waren die beiden Anwendungsszenarien von BOSCH und NETSYNO.

Das Anwendungsszenario von BOSCH setzt sich beispielsweise mit der “Factory of the Future” auseinander, welche robust und effizient auf moderne Veränderungen reagieren soll. Treiber dieses Bedarfs sind z.B. kürzere Produktlebenszyklen und damit geringere, zu fertigende Stückzahlen pro Produkt(-variante). Oder auch der Bedarf an Produktindividualisierung. Die ARENA 2036, die unser Konsortium dieses Jahr besucht hat, ist ein Demonstrator für die “Factory of the Future”. Für wechselnde Produktionsziele und Anforderungen muss eine optimale Platzierung der Produktionsmodule auf dem Shopfloor gefunden werden, durch Transportwege minimiert und so die Effizienz der Fertigung maximiert wird.

Bei dem Anwendungsszenario von NETSYNO geht es um die Digitalisierung und Selbstorganisation von Prozessen. Gerade bei kleineren mittelständische Unternehmen sind viele Informationen – insbesondere Betriebsdaten von Industriegeräten – noch nicht oder nur teilweise digital abgebildet und die meisten Daten sind schnell wieder veraltet. Die Idee im Rahmen des MOSAIK-Projekts ist es, dass Geräte künftig ihre Daten aber auch ihren Servicebedarf direkt über entsprechende Schnittstellen melden und der Prozessworkflow selbstorganisiert angestoßen wird. Als erste Projektschritt wurde von NETSYNO  bereits beim Anwendungspartner Schuster Elektronik auf Basis der webbasierten Digitalisierungsplattform INOPAI eine konsistente Datenbasis geschaffen, in der sämtliche Geräte auf einer Plattform abgebildet werden. Dies bildet die Grundlage für die weiteren Projektschritte im Rahmen des MOSAIK-Projekts.

Zu Gast im SwarmLab der Otto-von-Guericke Universität

In Magdeburg waren wir zu Gast an der Otto-von-Guericke Universität, wo uns von Professorin Dr.-Ing. Sanaz Mostaghim das SwarmLab vorstellte.

Das Hauptziel des SwarmLab ist es, die Theorie der Schwarmintelligenz zum Funktionieren zu bringen. Das Forschungsfeld der Schwarmintelligenz bietet viele interessante Funktionen und Einsatzmöglichkeiten, jedoch ist das Feld noch unerforscht, wenn es um die Übertragung der Theorien auf praxisnahe Anwendungen geht. Das SwarmLab will sich diesem unerforschten Gebiet mit praktischen Ansätzen nähern. Derzeit ist SwarmLab mit fünf Robotioc Plattformen ausgestattet. Wir haben deine davon, den „Fliegenden Schwarm“ demonstriert bekommen. Die fliegenden Roboter (FINken-III) werden gebaut, um ihre Funktionalität vollständig zu verstehen und sie mit eigenen Algorithmen zu programmieren.

Abgerundet wurde unser Besuch in Magdeburg durch ein gemeinsames Abendessen mit einer anschließenden Runde Bowling. Um uns alle besser in das Projektthema einzufinden und die besprochenen Konzepte zu verinnerlichen, machten wir uns im Team einen Spaß daraus, Fachbegriffe der Schwarmintelligenz außerhalb ihres wissenschaftlichen Kontexts zu nutzen.

Ein Begriff der häufiger viel: Emergenz. Als Emergenz bezeichnet man zum Beispiel die Möglichkeit der Herausbildung von neuen Eigenschaften oder Strukturen eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente. Unser MOSAIK Team könnte man auch als ein emergentes Phänomen bezeichnen, das im Zusammenspiel seiner Teammitglieder neue Eigenschaften und Strukturen herausbildet. Oder in unserem Fall passender: Forschungsergebnisse.

Wir freuen uns über den Besuch im SwarmLab und den interdisziplinären Austausch in unserem Team.

Sie haben Fragen, Anregungen oder möchten mehr über das MOSAIK-Projekt erfahren? Schreiben Sie uns gern! Sie erreichen unsere Ansprechpartnerin Gianna Reich unter gr@netsyno.com.

Das Projekt MOSAIK wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderkennzeichen: 01|S18070 A-E)

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